Diskriminirung der muslimischen Frau?

Als Putzfrau anerkannt, als Lehrerin unerwünscht – Wird im Namen der Neutralität die muslimische Frau diskriminiert ?

Vor dem Hintergrund des soeben gedachten Weltfrauentag gilt weiterhin: Kopftuchverbote verletzen Menschenrechte

Vorgestern war Weltfrauentag. Für viele muslimische Frauen mit Kopftuch war es ein schmerzlicher Tag. Erinnert dieser Tag sie doch daran, dass solange sie als Putzfrau oder Haushälterin gearbeitet hat gerne hierzulande gesehen war. Nun streben immer mehr muslimische Akademikerinnen Berufe an, wie Lehrerinnen, Richterinnen und anderes mehr, und siehe da, viele sind darüber erbost. Doch anstatt fair zu sein, und nun die viel beschworene Gleichberechtigung zur Anwendung zu verhelfen, diskriminiert man/frau die muslimischen Frau und verwehrt ihr den Zugang zur Mitte der Gesellschaft. Allen voran ein Großteil der Emanzipationsbewegung schließt sich diesem Mob an. Dabei wird gerne scheinheilig vom Kampf gegen die Unterdrückung der muslimischen Frau gesprochen.

Human Rights Watch hat vor ein paar Tagen für helle Aufregung in diesen Kreisen gesorgt. Ein 73-seitige Bericht „Diskriminierung im Namen der Neutralität“ stützt sich auf umfangreiche Recherchen über einen Zeitraum von acht Monaten und kommt zum Schluß:
Verbote religiöser Kleidung und Symbole für Lehrkräfte und Beamte in einigen Bundesländern diskriminieren muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen.

Der Bericht untersucht die Verbote aus dem Blickwinkel der Menschenrechte und beleuchtet ihre Auswirkungen auf das Leben muslimischer Lehrerinnen, einschließlich jenen die seit Jahren unterrichten. Aufgrund des Verbots wechselten einige Frauen den Beruf oder zogen ins Ausland, obwohl sie seit ihrer Geburt in Deutschland gelebt hatten.

„Diese Gesetze richten sich eindeutig gegen das Kopftuch. Sie zwingen Kopftuch tragende Frauen, sich entweder für ihren Beruf und für ihren Glauben zu entscheiden“, so Haleh Chahrokh, Researcherin für die Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Die Regelungen diskriminieren sowohl auf der Grundlage des Geschlechts als auch der Religion und verletzen die Menschenrechte dieser Frauen.“

In der Hälfte der deutschen Bundesländer – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland – gelten Gesetze, die Lehrerinnen an staatlichen Schulen (in einigen Ländern auch anderen Beamtinnen) das Tragen des Kopftuchs im Dienst untersagen. Die Bestimmungen wurden innerhalb der letzten fünf Jahre eingeführt, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2003 entschieden hatte, dass Restriktionen religiöser Kleidung nur zulässig sind, wenn sie auf einer hinreichend bestimmten gesetzlichen Grundlage erfolgen. In den übrigen acht Ländern gibt es keine vergleichbaren Einschränkungen.

„Die Behauptung, die Restriktionen seien nicht diskriminierend, ist haltlos“, so Chahrokh. „In der Praxis treffen sie nur muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen.“

Human Rights Watch hat wiederholt Staaten – wie Afghanistan, Saudi-Arabien und den Iran – kritisiert, wenn sie Frauen zum Tragen religiöser Kleidung zwingen. Doch Gesetze wie die der deutschen Länder, die Kopftuch tragende Frauen von Teilen des Arbeitsmarkts ausschließen, verletzen die gleichen internationalen Menschenrechtsstandards und schwächen wichtige Frauenrechte in ähnlicher Weise – insbesondere die Religionsfreiheit und die Rechte auf Selbstbestimmung, Privatsphäre und die Freiheit zur Lebensgestaltung nach eigener Überzeugung.

Im Zuge der Recherchen für den Bericht wurden auch muslimische Frauen befragt, die persönlich von den Verboten betroffen sind. In den Gesprächen wurde deutlich, wie einschneidend die Verbote das Leben dieser Frauen verändern. Tatsächlich bedeuten die Gesetze der acht Länder, dass Frauen mit Kopftuch nicht mehr als Lehrerkräfte arbeiten dürfen. In den Fällen, in denen sie der Aufforderung, das Kopftuch abzunehmen, nicht nachkamen, wurden disziplinarrechtliche Verfahren eingeleitet.

Lehrerinnen, die auf dem Tragen des Kopftuchs beharren und mit Rechtsmitteln scheitern, laufen Gefahr, ihre Stelle und ihren Beamtenstatus zu verlieren. Muslimische Referendarinnen finden nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung keine Beschäftigung an staatlichen Schulen, solange sie nicht auf das Kopftuch verzichten.

Vertreter der Landesbehörden rechtfertigen die Verbote mit der Pflicht der Lehrer, die Neutralität der Schule in Religions- und Weltanschauungsfragen zu bewahren. Im Verhalten der betroffenen Lehrerinnen finden sich jedoch keinerlei Anzeichen dafür, dass sie die Pflicht verletzt haben. Die Verbote stützen sich vielmehr einzig auf die Annahme, dass das Tragen eines Kopftuchs an sich die staatliche Neutralität gefährdet.

„Menschen sollten nach ihrem Verhalten beurteilt werden, nicht auf der Grundlage von Ansichten, die man ihnen unterstellt, weil sie ein religiöses Symbol tragen“, so Chahrokh. „Wenn konkrete Bedenken über eine Person bestehen, sollte man dem Einzelfall angemessene, gewöhnliche Disziplinarverfahren und Entscheidungen treffen.“

Einige der betroffenen Lehrerinnen sagten im Gespräch mit Human Rights Watch, man habe ihre Angebote, alternative Kopfbedeckungen wie Hüte oder auf andere Arten gebundene Tücher zu tragen, abgelehnt. Obwohl die Frauen viele Jahre ihres Lebens ins Studium und in den Ausbau ihrer Qualifikationen investiert hatten, zogen manche von ihnen aufgrund der Verbote in ein anderes Bundesland oder ins Ausland. Andere sahen sich gezwungen, auf das Kopftuch zu verzichten, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Diese Frauen fühlen sich entfremdet und ausgeschlossen, obwohl viele seit ihrer Geburt in Deutschland leben.

Befürworter der Kopftuchverbote behaupten häufig, die Verbote schützten Frauen vor Unterdrückung und gäben ihnen mehr Freiheit. Alle von Human Rights Watch befragten Frauen erklärten, sie hätten sich aus freiem Willen für das Kopftuch entschieden. Selbst Frauen, die als Lehrerinnen arbeiten und zum Tragen des Kopftuchs gedrängt werden, lassen sich nicht vor Unterdrückung schützen, indem man sie vom Lehrberuf ausschließt. Einige Betroffene wiesen darauf hin, die Verbote hätten ihnen nicht mehr Freiheit gegeben, sondern ihre soziale Lage verschlechtert. Eine Frau meinte dazu: „Solange wir in den Schulen nur geputzt haben, hatte niemand ein Problem mit dem Kopftuch.“

Human Rights Watch ruft die Landesregierungen auf, die Gesetze zum Verbot religiöser Kleidung und Symbole zu überprüfen und aufzuheben und ihre Gesetzgebung in volle Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsstandards zu bringen. Die Länder sollten insbesondere dafür sorgen, dass ihre Bestimmungen nicht nach Geschlecht oder Religion diskriminieren und dass sie die Religionsfreiheit und die freie Meinungsäußerung achten.(Quelle: u.a. hwr.de)

Islam.de

3 Kommentare

  1. Guten Tag,
    eigentlich trägt man in geschlosenen Räumen keine Kopfbedeckung wie z.B. Hut.
    Ein Kopftuch gehört ebenfalls dazu. Die religiöse Uniformiertheit, zu der auch das Kopftuch gehört wird in einer modernen Gesellschaft meistens als Zeichen von Rückständigkeit interpretiert, mit Ausnahme von geistlichen Würdenträgern egal welcher Konfession.

    Sicherlich gibt es keinen Grund, Frauen mit Kopftuch zu diskriminieren. In einer vorwiegend christlichen Gesellschaft wirken sie dennoch wie bunte Hunde und auch mir drängt sich ehrlich gesagt oft das Image religiöser und geistiger Rückständigkeit auf,.
    In muslimischen sozial höheren Schichten ist das Kopftuch längst nicht so verbreitet wie bei der armen Landbevölkerung, die notgedrungen nach Deutschland ausgewandert ist.
    Auch kann mir der Islam heute nicht unbedingt den Beweis erbringen, dass Frauen ein gleichberechtigter Bestandteil der Gesellschaft sind. Das kann das Christentum auch nicht unbedingt; der Nachholbedarf vieler islamischer Strömungen ist aber höher…Fahrverbot für Frauen in Saudi Arabien….Ehrenmorde türkischer Frauen in Deutschland.
    Die Frauenfreundlichkeit der christlichen und muslimischen Welt ist nicht gerade berauschend.
    Andere Religionen sind da fortschrittlicher.
    In dem Zusammenhang halte ich die damaligen Leistungen von Kemal Atatürk für phänomenal und hoffe, dass die religiöse Borniertheit weiterhin in seine Schranken verwiesen wird.

    Religion ist sicherlich eine philisophische Notwendigkei, wer jedoch sein Leben zu sehr danach ausrichtet, macht irgend etwas falsch und fühlt sich in dieser herrlichen Welt zu schutzlos.
    Meine pwersönliche Verehrung an Gott entsteht, wenn ich in meinem Garten bin: Unter einer Tonfigur habe ich gestern ein Eidechsennest entdeckt,,diese süssen kleinen Babys…Vögel balzen um ihr Revier, Blumen entstehen aus den Nichts, der Bach plätschert……das ist für mich Gott. Auf religiöse Verhaltenskodexe und Schriftrollen kann ich in dem Zusammehang sehr oft verzichten.
    Auch werde ich meine Frau nie zu einem Kopftuch überreden. Sie hat genug Geld in ihre Frisur investiert. Die soll sie auch zeigen.

    • Hallo habe so eben gerade Ihr Kommentar gelesen und habe gleich eine frage.
      Haben Sie schon mal mit eine Muslimische Frau gesprochen oder warum behaupten Sie das wir geistlich und Rückständig sind?Und was hat Ehrenmorde mit den Islam zutun??Wissen Sie das??Der Islam ist wohl Frauenfreundlichkeit oder woher wollen Sie das wissen das es nicht so ist,haben Sie sich richtig Informiert oder haben Sie das aus der Medien?
      Ich bin selbst Muslimin und trage das Kopftuch für mich und nicht für mein Mann.

      Wenn Sie über das Thema mehr wissen wohlen dann besuchen Sie die Seite http://www.diewahrereligion.de

      Schöne grüße

  2. Als erstes mal zum Kommentar von Michael Becker. Das Kopftuch ist nicht das selbe wie ein Hut, ein Hut ist ein Kleidungsstück was zur Mode gehört.Das Kopftuch allerdings ist ein teil der Muslimischen Religion.Es stimmt nicht dass das Kopftuch in den sozial höheren Schichten weniger getragen wird, ganz im Gegenteil. Ich als Araberin trage das Kopftuch selber und merke das es auf jeden Mensch selber an kommt nicht auf das Reichtum oder die Soziale Schicht. Und ehren Mord ist im Islam sowieso verboten. Das schlimmste was man tun kann ist eine Frau zu töten da sie weitere Muslime auf die Welt setzen könnte. Ich lese oft in Zeitungen über die Sache Ehrenmord, dies hat allerdings nichts mit Islam zu tun. Genauso könnte man sagen dass viele Deutsche ihre Töchter vergewaltigen. Dies ist statistisch erwiesen.Und man sieht es fast jeden tag in den Nachrichten. Ich kann ihnen gerne ein paar links geben in denen über die Frau im Islam geredet wird. Allah spricht im Koran von der Perle (damit gemeint die Frau) im Islam.Eine andere Sache ist das ich oft gefragt werde ob das Kopftuch mir aufgezwungen wurde.Es ist mir zwar vom Islam her befohlen wurden das Kopftuch zu tragen, die Wahl hat denoch jede Frau für sich. Und wie kommt es das eine None die das Kopftuch genauso trägt dafür respektiert wird eine Muslima allerdings dafür ernidrigt wird? Schauen sie sich bitte die Links an und ich hoffe sie verstehen meinen Standpunkt.

    Teil 1 und 2

    http://www.youtube.com/watch?v=DDKGdrgFAs0


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